Es muss und wird sich vieles für die Pflege ändern

Das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf UKE, die Initiative Gesundheitswirtschaft und das NursIT Institute hatten am 2. März 2017 zum ersten Expertengipfel «Pflege 4.0»  in den Festsaal des Hamburger Uniklinikums in Eppendorf eingeladen. Das Thema: «Patientenorientierte Versorgung durch digitale Prozesse». Eingeladen waren Experten aus Pflegewissenschaft und -Management, vorwiegend von namhaften deutschen Universitätskliniken. Prof. Heinz Lohmann, Geschäftsführer des Consultinghauses Lohmann Konzept, wies bei seinem Einführungsvortrag auf die sich verändernden Prozesse im Gesundheitswesen hin, die durch Pflege nicht einfach nur erlitten, sondern gestaltet werden müssten.

Einfahrt zur Notaufnahme am UKE

Impulsvorträge zur Einstimmung auf den Workshop

Im anschliessenden ersten Impulsvortrag zeigte Joachim Prölß, Direktor für Patienten- und Pflegemanagement und Vorstand am UKE, die Herausforderungen und Schmerzpunkte für die Pflege auf. Seine 7 Herausforderungen erstreckten sich vom Fachkräftemangel bis hin zur Hygiene. Als Pflegedirektor möchte er für das UKE die sich verändernden pflegerischen Prozesse im Zuge des Digitalen Wandels aktiv gestalten.

Guido Burkhardt vor dem UKE Haupteingang

Guido Burkhardt, CEO qhit healthcare consulting, zeigte in seinem appellierenden Vortrag aus seiner Consultingpraxis, wie die Pflege in anderen Ländern mit dem sich verändernden Arbeitsumfeld umgeht. Unter anderem sieht er Nachholbedarf beim pflegerischen Selbstverständnis in Deutschland: „Anerkennung ist eine Folge des Sich-zu-Erkennen-Gebens. Solange Pflegefachleute sich nicht als Fachleute zu erkennen geben und sich stets klein machen – solange werden sie auch keine echte Anerkennung erfahren!“ „Wendungen wie «die kleine Krankenschwester» oder «die Gleichsetzung von Niedriglohntätigkeiten mit Krankenpflege und Müllabfuhr» müsste die Pflege in Deutschland mit Vehemenz entgegentreten, wenn sie ernstgenommen wollen würde“, so Guido Burkhardt. Der mit vielen praktischen Beispielen andereicherte Vortrag zeigte auf, wie sich Pflege zum Thema «Pflege 4.0» einbringen, bzw. diesen Themenkomplex für sich professionell entwickeln kann.

Im letzten Impulsvortrag ging Heiko Mania, Geschäftsführer NursIT Institute, auf die Pflege 4.0 in einer Begriffsbestimmung und die Möglichkeiten durch ein Pflege-Expertensystem ein. „Technologie allein wird die Pflege nicht ausreichend unterstützen. Sie muss auf schlanke, strukturierte Prozesse basieren und von Technologie-kompetenten Anwendern bedient werden. In jedem Fall muss sie aber einen klaren Nutzen für den Patienten und die Pflegefachleute aufweisen!“

Im Anschluss starteten die drei InnovationsCafés mit den Themenbereichen Prozess, Technologie und Kompetenz. Die InnovationsCafés sind an die World Café Methode angelehnt. Dabei tauschen sich kleine Gruppen ca. 45 Minuten zu einem Thema aus und notieren die Ergebnisse direkt auf der Tischdecke. Danach wechselt die Gruppe und das Gespräch baut auf die Ergebnisse von der Tischdecke auf. Nach dem dritten Durchlauf trafen sich die Teilnehmer wieder im Plenum und die Ergebnisse der Cafés wurden zusammengefasst vorgestellt.

Der Austausch aller Gruppen war sehr intensiv und förderten eine Vielzahl wichtiger Ergebnisse. Diese sollen nun in einem Positionspapier erfasst und dann veröffentlicht werden. Prof. Lohmann kündigte zum Abschluss an, dass dieser Workshop der Auftakt zu weiteren Veranstaltungen zur Pflege 4.0 war. Das Feedback der Teilnehmer war durchweg positiv und auf die Frage zur Bewertung der Veranstaltung, gab es reichlich „Daumen hoch“.

Text in Anlehnung an den offiziellen Bericht von NursIT Institut

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Dieser Beitrag wurde am 5.3.2017 veröffentlicht und zuletzt am 5.3.2017 aktualisiert.
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