Alternatives Verkehrsschild entwickelt

Dass wir es als Menschen nicht zu schaffen scheinen, uns regelmässig richtig im Strassenverkehr zu verhalten, scheint irgendwie in unserer menschlichen Natur begründet zu sein. Das ist zumeist nur, wie bei dem nicht funktionierenden Reisverschlussverfahren, zwar ärgerlich, hinterlässt aber keine weiteren Spätfolgen. Anders ist das wenn im Stau keine Rettungsgasse gebildet wird.

Wie der Name schon sagt, ist die Rettungsgasse ein Rettungsweg für Rettungsfahrzeuge aller Art. Wer mithilft, diesen Rettungsweg nicht zu bilden, verhindert gegebenenfalls Rettung und Bergung. Bergung zu verhindern, führt vielleicht nur zu längerem Stau und damit eigenem Schaden. Rettung zu verhindern, ist aber eine ganz andere Geschichte. Und ob Bergungsfahrzeuge nicht doch auch zur Rettung beitragen kann der Stausteher im Zweifel aus seiner Position nicht erkennen. So sind demnach aus Sicht des Staustehers Gelblichtfahrzeuge mit Blaulichtfahrzeugen gleichzusetzen. Wie auch immer: Die Rettungsgasse muss gebildet werden.

Rettungsgasse vs. Rettungsverhinderer

Nun möchte ich nicht jedem, der sein Auto schon bei beginnendem Staus nicht an den äussersten Rand seiner Fahrspur fährt, unterstellen, ein menschenverachtender Rettungsverhinderer zu sein. Die Gründe für Fehlverhalten sind sicher vielfältig und bei den wenigsten Autofahrern bösartig. Das Thema „Rettungsgasse“ steht etwa seit 2015 in stärkerem Fokus der Öffentlichkeit bzw. der Berichterstattung. In Österreich etwa, wird jedem Stauhinweis im Radio eine Bitte zur Bildung der Rettungsgasse hinzugefügt. Fernsehmagazine berichten in letzter Zeit ausführlich über Staus und Fahrzeuglenker, die auf der Autobahn drehen, um dem Stillstand zu entgehen usw.

Optimiertes Stauschild

Verkehrsschilder lösen etwas im Unbewussten des Menschen aus. Wir sehen sie immer wieder, prägen uns die Darstellungen ein und die Bedeutung ebenso. Bild und Bedeutung verschmelzen in unseren Denkmustern. Darum: verwenden wir doch ein Schild, das vor der Gefahr warnt und gleichzeitig die gewünschte, zuweilen lebensrettende Verhaltensweise in Erinnerung ruft. Jedesmal. Und wie ein solches Schild aussehen könnte, dazu haben wir uns natürlich Gedanken gemacht. Hier ist es!

Bei diesem Vorschlag zur Verbesserung des Bewusstseins nach dem Austausch des bisherigen Verkehrsschilds für Stau/Staugefahr führt, wird eine Blockade der Fahrbahn nicht geradezu dadurch heraufbeschwört, dass die blockierte Fahrbahn dargestellt wird. Statt dessen würde man ein Schild verwenden, dass die Rettungsgasse zeigt und auch ein darin vorankommendes Rettungsfahrzeug. Die Autofahrer müssen dann nicht mehr im Kopf „umrechnen“, dass das Schild zwar eine verstopfte Fahrbahn zeigt, sie jedoch das Gegenteil tun sollen: eine unverstopfte Fahrbahn als Rettungsweg freihalten.

 

 

Autor Guido Burkhardt ist CEO und Head Consultant bei qhit und war selber viele Jahre in Notfallmedizin und Rettungsdienst tätig.

 

 

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Dieser Beitrag wurde am 26.7.2017 veröffentlicht und zuletzt am 27.7.2017 aktualisiert.
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