Projekt ‚Dashboards für die Pflegestation‘ überzeugt

Erfreuliche Bestätigung für qhit Konzept


GuidoBurkhardtSwissigAward2014

Guido Burkhardt, qhit healthcare consulting, im Schloss Rapperswil kurz nach der Preisverleihung


Die Schweizerische Innovationsplattform im Gesundheitswesen ‚swissig‘  hat qhit healthcare consulting den ’swissig Award 2014′ für das Innovationsprojekt ‚Stationsdashboards‚ verliehen. 

Unsere ebenfalls ausgezeichneten Projektpartner sind die Schulthess Klinik in Zürich und  die Magrathea Informatik GmbH aus Kreuzlingen und Hannover. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und danken für die grosse Ehre, gemeinsam mit unserem Kunden zu den ersten Preisträgern dieses neuen Preises zu zählen.

Der Award mit dem Namen ‚Crystal Column‘ ist als wunderschöner Glas-Obelisk gestaltet und wurde in Kombination mit einer Urkunde verliehen.

Ziel des geehrten Projektes: die organisatorischen Prozesse einer Pflegestation steuern helfen. Wie? In dem auf einer elektronischen Grossbildschirm-Anzeige relevante Informationen für die pflegerische Organisation der Station angezeigt und massgebliche Prozesse für alle Pflegenden mit Hilfe der ‚Touch Screen Technologie‘ ganz leicht und ‚ohne Computer‘ steuerbar gemacht werden. Klingt kompliziert? Stimmt. Ist es auch, denn im Fokus steht immer ein sehr hoher Qualitätsanspruch an die Versorgung der im Zentrum stehenden Patienten und der macht jedes Projekt, das in diesem Umfeld arbeitet, automatisch anspruchsvoll. Null-Fehler-Toleranz muss Standard sein. Lesen Sie hier unseren Bericht zum Projekt und zu den Statements der Praktiker bei der Preisverleihung.

Informationen zum Projekt

swissigAward2014Im Rahmen der Veranstaltung ’swissig Final‘ wurde die ausgezeichnete Projektidee am Tag vor der Preisübergabe von André Plank vorgestellt, der als Projektauftraggeber für die Geschäftsleitung der Schulthess Klinik Zürich sprach. „Warum nicht mal neue Wege gehen und ein in Notfallabteilung und Operationssaal längst bewährtes Hilfsmittel auf die ’normale‘ Abteilung bringen“, stellte André Plank sich und dem Publikum eine Frage, für die er auch eine passende Antwort gefunden hat: „ich wollte einfach ausprobieren, ob das geht und natürlich auch einen Nutzen für unser Haus aus dieser Chance ziehen“.

Idee verwirklicht: Andrè Plank

Idee verwirklicht: Andrè Plank, Mitglied der Geschäftsleitung Schulthess Klinik

Beim swissig Event im März 2014 hatten er und Gerd Dreske, Geschäftsführer der Magrathea Informatik GmbH, zufällig nebeneinander gesessen. Guido Burkhardt von qhit healthcare consulting hatte seinerzeit einen thematischen Impuls zur Stärkung der digitalen Prozessunterstützung für Pflegestationen in die swissig eingebracht. Die Herren entwickelten daraufhin die Idee für ein gemeinsames Projekt, das später beim swissig Innovationsmeeting mit der Konstruktion eines Strukturplans konkretisiert wurde. Damit war die Plattform ‚swissig‚ in idealer Weise genutzt worden, die folgenden Jahreszyklus kennt:

  1. swissig Event: Themen finden, skizzieren, ‚brain-stormen‘, austauschen
  2. swissig Innovationsmeeting: Projekte ausarbeiten, Teams zusammenstellen, Projektstrukturplan erstellen
  3. swissig Final: Ergebnisse präsentieren, den swissig Mitgliedern generisch nutzbare ‚Kochbücher‘ für eigene Projekte an die Hand geben

Die Pflege als Informations- und Wissensmanager

Engagiert dabei - im Projekt wie auch im Vortrag: Abteilungschefin Angela Limacher

Engagierte Statements: Abteilungschefin Angela Limacher

Ableitungsleiterin Angela Limacher aus der Schulthess Klinik erläuterte dem innovationsfreudigen Fachpublikum in ihrem Vortrag die täglichen Herausforderungen, die durch die Bewältigung der Informationsflut auf einer Pflegestation zu meistern sind. „Wir haben fast ausschliesslich elektiv eintretende Patientinnen und Patienten und als orthopädische Fachklinik eine hohe Patientenfluktuation bei relativ kurzer durchschnittlicher Verweildauer von wenigen Tagen“, hob sie einige der Punkte hervor, die einen häufigen Wechsel der ‚Nachrichtenlage‘ auf ihrer Abteilung auslösen.

Kenntnisreich und mit vielen Praxisbeispielen angereichert erklärte die routinierte leitende Pflegefachfrau den Zuhörern das eigens im Projekt entwickelte Konzept der Visualisierung der vielen Bewegungdaten auf einer Pflegestation. „Es ist einfach unglaublich komplex“ resümierte Angela Limacher die Tage der Analyse von Informationsarten, -quellen und -wegen.

Deren Bewertung in Bezug auf ihre Relevanz für den organisatorischen Stationsablauf hatte eine besondere Bedeutung in der Projektarbeit. Ganz wichtig: die Patientensicherheit stand bei der Suche nach der geeigneten Visualisierung über allem.

Es geht um viel: das Dashboard zeigt Statusinformationen zu Behandlung, Pflege, Terminen, Diagnosen und vielen weiteren sensiblen Informationen, die eines sorgfältigen Schutzes, genauen Arbeitens und überhaupt sorgfältiger Handhabung bedürfen. Zu jedem einzelnen Patienten werden sensible Daten präsentiert – und die müssen stimmen:

  • Name, Vorname, Geburtsdatum, Versicherungsstatus
  • OPS Tag oder Termin der Einschleusung
  • zuständige Pflegende jetzt und in den kommen 5 Schichten
  • Operateur / Behandelnder Arzt
  • Nüchternheit präoperativ

Die Aufzählung ist selbstverständlich keineswegs abschliessend und sie kann in einer Station einer anderen Fachdisziplin teilweise anders aussehen. Um Patientengruppen anzeigen zu können wurden gefilterte Sichten konzipiert. Durch eine Touch-Geste zeigt der Bildschirm alle Patienten einer bestimmen Pflegefachfrau oder eines bestimmten Arztes, alle Austritte von morgen, alle nüchternen Patienten usw.

Bei dem gesamten Prozess wurden Angela Limacher und ihr Führungsteam im Projekt durch den sich zunehmend lichtenden Informations-Dschungel von Guido Burkhardt / qhit healthcare consulting begleitet, wofür in ihrem Vortrag dankbare Worte fielen. Dafür dankt qhit wiederum an dieser Stelle.

Was die Innovation ausmacht

Vortrag mit Körpereinsatz: Guido Burkhardt mit Stationsgrundriss

Vortrag mit ganzem Körpereinsatz: Guido Burkhardt – vom Stationsgrundriss ‚beseelt und beleuchtet‘

Warum das Projekt überhaupt ‚innovativ‘ zu nennen ist, erläuterte der qhit Head Consultant dann in seinem Beitrag: Zwar habe man bereits seit Jahren Erfahrungen mit Dashboards im Spital. „Den Herausforderungen, die eine Pflgestation stellt, hat sich aber noch niemand in der Schweiz gestellt soweit wir wissen. Dabei hat man hier bei Schulthess gleich mit der ganz grossen Kelle angerührt, denn es werden durch den Einsatz der ‚Touch-Screen Technologie‘ nicht nur Daten angezeigt, sondern aktiv Prozesse am Dashboard gesteuert – und das ganz leicht“, so Burkhardt.

Über die Gründe, warum es bisher keine Stationsdashboards gibt, kann man nur spekulieren: vermutlich lag das Augenmerk auf ‚teureren‘ Abteilungen im Spital, als es Pflegestationen sind oder schlichter hat sich einfach bisher niemand an dieses Thema getraut. Eines ist sicher: „anders als auf der Notfallstation oder in der Oparationsabteilung haben wir es auf der Station nicht mit so einer klar definierten Patienten-Kohorte zu tun wie im OP oder in der Notaufnahme. Aufgrund der fachlichen Entwicklung dieser Fachgebiete ist man in Projekten dort schon schneller in der Lage, nach einheitlichen und klaren Kriterien differenziert und übersichtlich Patientensituationen zu kategorisieren und auf Dashboards darzustellen. Aber auch das kann man noch nicht lange.“

Es war echte Pionierarbeit zu leisten und das jetzt erzielte Ergebnis soll später auch noch einer sorgfältigen Evaluation unterzogen werden. „Wir möchten sicher sein, dass die Qualität stimmt. Ein Spital ist kein Spielplatz für ‚trial and error‘ Projekte“, so Guido Burkhardt.

Quasi-Garantie für den Projekterfolg: keine Abhängigkeiten

Eine der vielen Designstudien im Projekt: Wo ist der ideale Standort für den 85" Screen und aus welcher Entfernung lassen sich Informationen noch gut interpretieren.

Eine der vielen Designstudien im Projekt: Wo ist der ideale Standort für den 85″ Screen und aus welcher Entfernung lassen sich Informationen noch gut interpretieren.

Burkhardt, der eine Doppelrolle als Berater und Projektleiter im Projekt eingenommen hat, spannte einen Bogen von seinen ersten Digital-Dashboard Projekten im Jahr 2007 bis zum nun erzielten Level der maximalen Prozessunterstützung für die Station. „Ein früh gefasster Grundsatz in diesem Projekt war, dass wir ein Konzept entwickeln wollten, dessen Umsetzung nicht in Abhängigkeit zu jedweden Digital Health Projekten im Haus stehen sollte. Das bedeutet im Klartext, dass wir auch Prozesse abbilden können, zu denen es in den klinischen Systemen noch keine digitalen Daten gibt. Wir haben das System so ausgelegt, dass es Daten selber verarbeiten kann, die noch nicht über Schnittstellen bereitstehen und wenn sie einmal bereitgestellt werden können, dann auch auf dem Dashboard genutzt werden.“ Das bedeutet, dass dieses Konzept für jedes Spital adaptiert werden kann – unabhängig vom bisher erreichten Grad der digitalen Unterstützung mit Health-IT Mitteln. In der Schulthess Klinik war die Einbeziehung der Haustechnik in die Konzeption besonders wichtig, sollte doch zum Beispiel auf einem Gebäudeplan, der dem Dashboard zu Grunde liegt, angezeigt werden können,

  • welcher Patient wo liegt
  • wer wie dringend den Personalruf läutet und
  • in welchen Zimmern sich Pflegepersonal aufhält,

um einige Beispiele für anzuzeigende Daten zu nennen. Mit einem Blick erfasst die Pflege so den Status der gesamten Station. Das hat es auf Normalpflegestationen in der Schweiz bisher noch nicht gegeben.

AwardBeschreibungCrystalColumn

Beschreibung der Kristall-Trophäe des swissig Award

Wie der Vortrag von Angela Limacher schon eindrücklich gezeigt hatte: die wirklich relevanten Informationen für das Stationsdashboard herauszufiltern, war eine enorme Aufgabe. In Stufe Zwei der Konzeption ging es nun darum, diese Daten so zu verdichten, dass sie

  1. sinnvoll
  2. für Pflegende und Ärzte nutzbar
  3. und lesbar, also verdichtet

präsentiert werden. Hier konnte in der Zusammenarbeit von qhit und Lieferant Magrathea die geballte Dashboard- Erfahrung, die beide in den vergangenen Jahre unabhängig voneinander gesammelt haben, in die Waagschale gelegt und in einer hervorragenden kooperativen Zusammenarbeit genutzt werden. „Obwohl wir erstmals zusammenarbeiten stimmte die Chemie und das gemeinsam Verständnis davon, wie ein solches Innovationsprojekt angegangen werden sollte, auf Anhieb“ freut sich Guido Burkhardt.

Lösungspartner erzählt ein Märchen

Erhielt EINEN Award: Albert Besewski mit eigenen und fremden Federn geschmückt

Erhielt e i n e n Award: Albert Besewski mit eigenen und fremden Federn geschmückt

Auf diese Feststellung legte auch der Schweizer Magrathea Repräsentant Albert Besewski in seinem Redebeitrag „grössten Wert“, wie er betonte. Die Zusammenarbeit der Beteiligten und die Kommunikation untereinander sei schlicht „hervorragend“. Namentlich erwähnt wurden noch einmal Projektautraggeber Andrè Plank, Abteilungsleiterin Angela Limacher, Consultant und Projektleiter Guido Burkhardt, Magrathea Chef Gerd Dreske und sein Software Ingenieur Daniel Finger.

Um den fachlichen Dialog etwas aufzulockern präsentierte Besewski, der bekannte Insider des Schweizer Gesundheitswesens, den amüsierten Anwesenden seine Version des Märchens ‚Rotkäppli‘, dem eigentlich ein Dashboard im Wald gefehlt habe, auf dem es sich über seinen Weg und dessen Gefahren hätte informieren können, um diese zu umgehen. Ob es wohl dann nicht vom Wolf gefressen worden wäre?

Dass qhit healthcare consulting nun nach Waldbesitzern suchen würde um weitere innovative Dashboardprojekte für Märchenfiguren umzusetzen, ist aber ein Gerücht. Weitere Stationsdashboard Projekte allerdings, würden wir mit grösster Freude sehr gerne umsetzen.

 

 

Weitere Informationen zum Verein ’swissig‘ bietet folgende Website

qhit.ch made with  in Basel.
Dieser Beitrag wurde am 02.12.2014 veröffentlicht.
backoffice@qhit.ch, Telefon Schweiz 061 511 21 22

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